FIFA
Mittwoch 16 September 2026, 08:00

FIFA-Forward-Programm legt den Grundstein für die Fussballentwicklung in Osttimor, einer der jüngsten Fussballnationen der Welt

Timor Leste - FIFA Forward Annual Report
  • Schaffung der Infrastruktur für das nachhaltige Wachstum des Fussballs in Osttimor als eines der Hauptziele des Fussballverbands von Osttimor (FFTL)

  • Bau des technischen Zentrums des FFTL in Dili als zentrales Projekt, das mit USD 1,85 Millionen aus dem FIFA-Forward-Programm finanziert wurde

  • „Die FIFA hat uns nicht nur beim Bau von Fussballplätzen unterstützt. Sie hat uns geholfen, Chancen zu schaffen“, so FFTL-Präsident Nilton Gusmão dos Santos

Der Fussballverband von Osttimor (FFTL) wurde 2002 gegründet, zeitgleich mit der Unabhängigkeit des südostasiatischen Staates, und trat bereits drei Jahre später der FIFA bei. Dieser Tatendrang ist ein deutliches Zeichen für die Fussballbegeisterung in Osttimor.

Doch Leidenschaft allein genügt nicht. Deshalb arbeitet der FFTL seither mit grossem Engagement daran, den Fussball in einem der jüngsten Staaten der Welt von Grund auf aufzubauen. So müssen die Nationalteams Osttimors ihre Qualifikationsspiele weiterhin im Ausland austragen, weil das Nationalstadion in Dili noch nicht über die erforderliche Infrastruktur verfügt.

Dank dem neuen technischen Zentrum des FFTL in der Hauptstadt Dili verfügen die Nationalteams und die lokale Jugend jedoch über eine moderne Trainings- und Spielstätte. Die mit USD 1,85 Millionen aus dem FIFA-Forward-Programm errichtete Anlage hat die Entwicklung des Fussballs in Osttimor bereits nachhaltig vorangebracht.

AFF Congress 2025

„Der Fussball in Osttimor war schon immer von Hoffnung und Ehrgeiz geprägt. Dank dem FIFA-Forward-Programm konnten wir diese Hoffnung in Fortschritt und diesen Ehrgeiz in einen konkreten Entwicklungspfad verwandeln“, sagte FFTL-Präsident Nilton Gusmão dos Santos kürzlich. „Für Länder wie Osttimor bedeutet diese Unterstützung weit mehr als nur Investitionen in die Infrastruktur. Sie stärkt das Vertrauen unserer Fussballgemeinschaft in die eigenen Möglichkeiten und gibt der nächsten Generation die Chance, durch den Fussball von einer besseren Zukunft zu träumen.“

Das technische Zentrum im Osten Dilis verfügt über ein Kunstrasenspielfeld in Originalgrösse, zwei Minifelder und Flutlicht. Gemäss Dos Santos ist die Anlage nahezu ständig in Betrieb. Die verfügbare Nutzungszeit verteilt sich auf Nachwuchsförderung (30 %), Kinderfussball (25 %), Nationalteams (20 %), Frauenfussball (15 %) sowie die Trainer- und Schiedsrichterausbildung (10 %).

Timor Leste - FIFA Forward Annual Report

„Von morgens bis abends ist auf unserer Fussballanlage etwas los“, so Dos Santos. „Hier entdecken Kinder die Freude am Fussball, junge Talente entwickeln sich weiter, Frauen bestreiten Spiele, und ehemalige Aktive kehren zurück, um ihrem geliebten Sport verbunden zu bleiben. Und auch wenn abends die Flutlichter angehen, geht der Fussballbetrieb weiter. Dank der Flutlichtanlage können wir Trainings- und Förderprogramme auch nach Einbruch der Dunkelheit fortsetzen und noch mehr Menschen die Nutzung der Anlage ermöglichen.“

Im vergangenen Jahr erörterte Dos Santos bei einem Treffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino in Miami (USA) das technische Zentrum sowie die Aussicht auf eine Zusammenarbeit beim Bau eines neuen Nationalstadions. Damit könnten die Nationalteams Osttimors ihre bedeutendsten Spiele künftig vor heimischem Publikum austragen.

„Es war mir eine Freude, den neu gewählten FFTL-Präsidenten Nilton Gusmão in Miami zu empfangen, um verschiedene Themen zu besprechen. Im Mittelpunkt standen dabei die Fussballinfrastruktur und die Möglichkeit, mit FIFA-Forward-Mitteln ein neues Stadion zu errichten“, sagte Infantino damals.

Das FIFA-Forward-Programm rückt diese ehrgeizigen Ziele in greifbare Nähe. Seit seiner Einführung nach der Wahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino Anfang 2016 hat das Forward-Programm nahezu USD 5,1 Milliarden in die Förderung von FIFA-Mitgliedsverbänden und Regionalverbänden weltweit investiert. Jeder Mitgliedsverband hat in der Phase 3.0 des FIFA-Forward-Programms (2023–2026) bis zu USD 8 Millionen erhalten. Seit dem Start des Programms sind die Beiträge damit um das Siebenfache gestiegen.

Santiago Xavier Jose Da Costa of Timor Leste and Fergus Tierney of Malaysia

Diese Fördermittel verleihen der von Dos Santos angesprochenen Hoffnung und dem Ehrgeiz zusätzlichen Schub. Osttimor etabliert sich zunehmend auf regionaler Ebene. Das Männernationalteam qualifizierte sich für zwei ASEAN-Meisterschaften in Folge und für vier der letzten fünf Austragungen insgesamt. Im September und Oktober 2026 nimmt das Land zudem an der ersten Ausgabe des FIFA ASEAN Cup™ teil. Unterdessen schrieb das Frauennationalteam Osttimors 2025 Geschichte, als es erstmals an der AFC-Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027™ teilnahm, die über die Qualifikation für den AFC-Asien-Pokal der Frauen 2026 führte. Bei seinem Turnierdebüt sorgte das Team mit einem Sieg gegen die Mongolei und einem Unentschieden gegen Irak in seinen vier Gruppenspielen für ein Ausrufezeichen.

Der Grundstein für diesen Erfolg wurde in Dili gelegt.

„Ich habe persönlich miterlebt, wie dieses Projekt unsere Fussballgemeinschaft verändert hat“, sagte Dos Santos über das neue Trainingszentrum. „Die FIFA hat uns nicht nur beim Bau von Fussballplätzen unterstützt. Sie hat uns geholfen, Chancen zu schaffen und ein nachhaltiges Umfeld aufzubauen, in dem die Menschen in unserem Land Fussball spielen, lernen, sich entwickeln und ihre Träume verwirklichen können.“

„Die Unterstützung der FIFA hat die Entwicklung des Fussballs in Osttimor spürbar und sichtbar vorangetrieben“, so Dos Santos weiter. „Dank Programmen wie dem FIFA-Forward-Programm und weiteren Entwicklungsinitiativen konnten wir mehr Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Frauen, Spieler und Trainer schaffen, am Fussball teilzunehmen und ihr Potenzial zu entfalten.“